#24
01/2024
6/8

Auf die Freundschaft

Gute Freunde, gute Nachrichten: 25 Jahre sind Lech Zürs und Kampen auf Sylt jetzt schon Partner, Till kommt wieder und einen neuen Kaufmann haben wir auch

 DORFLEBEN 


Silbernes für Berg und Meer 

25 Jahre lang sind Lech Zürs am Arlberg und Kampen auf Sylt schon partnerschaftlich verbunden. Und was war von Anfang an dabei? Natürlich. Das Rungholt.  

Es gibt sogenannte Städtepartnerschaften, die tun niemandem etwas. Angetrieben von der Reiselust der Verwaltung oder der Suche nach Klassenreisezielen, angetrieben von Hoffnung auf Imagetransfer oder von Historischem, das kaum jemand auf dem Schirm hat. Und dann gibt es diese ganz spezielle Beziehung von Lech Zürs am Arlberg und Kampen auf Sylt „mit alles“, wie es die Sylter so gern formulieren.  

Mit Konfirmandenaustausch und Brieffreundschaften, mit ersten Lieben und vielen echt allerletzten Getränken, mit Weinproben und Golfturnieren, mit wilden Tagen und Übernachtungen in Garderoben. Ach, passt schon. Mit Insulanern beim Skirennen und Lechern bei Syltläufen, mit überladener Pistenraupe am Roten Kliff und schwarzweißem Leuchtturm mitten in Lech. Es gab legendäre Partys, nicht mehr zu zählen, und interkulturelle Begegnungen der besonderen Art. Skiläufer tauchten am Strand auf und halbnackte Surfer in den Bergen, es gab Matjes on the rocks und auch schon mal eine Skihütte am Anfang der Kurhausstraße. Passt schon?! Lecher weihten die Kampener Feuerwehrflagge mit, die Kampener Wehr reiste in die Berge, Kampener Strandkörbe versanken im Schnee auf Oberlecher Terrassen, eine Gondel starb (nach kurzer Zweitkarriere als Strandkorbwärterhäuschen) den schrecklichen Salzwasserverrottungs-Tod in den Kampener Dünen. Trachtentänzerinnen aus Lech drehten sich im Kampener Sturm am Strand und mussten ihre Hüte festhalten, Sylterinnen stiegen schon mal auf allen Vieren von der Hütte ab, welche, wird nicht verraten. Unvergessen das Platzkonzert in List vor Hunderten, bei dem sich der Trommler alles Erlebte nochmal gründlich durch den Kopf gehen ließ, genauso wie der verbindliche Streckenrekord, den ein Bürgermeister mit der G-Klasse aufstellte, als er für die über 1033 Kilometer angeblich keine 10 Stunden brauchte, inklusive dabei Gattin, Hund und Autozug. Passt schon.  

Es sind die großen beeindruckenden und die kleinen amüsanten Legenden, die sich seit 25 Jahren um diese erstaunliche Beziehung ranken. Ganz am Anfang dieser hoffentlich unendlichen Geschichte steht dabei auch das Rungholt. Schließlich machten Erdmänner und -frauen schon lange traditionell Urlaub in Lech, wenn das Haus über den Winter schloss, als Dirk auf die Idee kam, dass beide Orte eigentlich hervorragend zueinander passen und sich daraus mehr machen lassen müsste. Seither ist daraus so etwas wie eine Win-Win-Gemeinschaft dieser nicht nur besonders liebenswert eigensinnigen, sondern auch so exklusiven wie berühmten touristischen Top-Destinationen geworden. Und die Gemeinschaft, die sich um diese besondere Paarung schart, wächst stetig weiter und enger zusammen. Viele Gäste, die es im Winter nach Lech Zürs zum Skilaufen zieht, sind sommers Strandläufer in Kampen und umgekehrt. Es heißt sogar, Kurdirektoren und Touristiker waren auch schon öfter zusammen im Urlaub, dann allerdings an einem anderen Meer.  

Zum Warmwerden im Jubiläumsjahr reiste jetzt eine bestens gelaunte Kampener Delegation nach Österreich, kulinarisches Inselflair hinreißend verbreiten, richtig feierlich aufkochen, Stimmung machen, wie immer. Aus sowas werden Lieblingstermine gemacht: Sturmhaube, Gogärtchen, Dorfkrug und das Rungholt kochten gemeinsam mit Lecher Freunden für Gäste auf und sorgten publikumswirksam für Sylt-Fortbildung auf dem Berg mit Scampi, Grünkohl, Stockfisch und Shanty-Gesang. Am 16. und 17. Juli wird die Revanche der Österreicher folgen, dann reist eine Lecher Delegation in Kampen an. Wer den Bilderbogen der vergangenen 25 Jahre einmal durchlaufen lässt, der ahnt bereits: Das wird nichts Schlichtes werden. Höchste Zeit also, das Konditionstraining langsam aufzunehmen und diese Beziehung mit weiteren Momente zum Niemalsvergessen zu zementieren. Denn es gibt Städtepartnerschaften, die tun niemandem etwas. Nur eine geht wirklich nachhaltig zu Herzen, unverändert vom ersten wilden Verknalltsein dank Dirk Erdmanns kühnen Kuppelversuchen bis hin zum langsam vielleicht doch etwas gesetzteren Silbernen: Lech Zürs und Kampen.  


Klischeefrei und ohne Zuschlag: Der Kampen Kaufmann 

Nicht nur wir freuen uns sehr, dass unser Dorf seit Ende März wieder einen richtigen Kaufmann hat. Ohne Tante Emma, dafür mit Tobias Bennecke (siehe Foto) und Lisa Johannsen, einem echten Vollsortiment sowie reellen Normalopreisen ohne „Kampenzuschlag“. Wie kommts? Der „Kampen Kaufmann“ gehört zum sympathischen kleinen „Inselimperium“ der Familie Johannsen, die bereits in Morsum, in Keitum und an der Klinik in Westerland sehr erfolgreich das gute alte Dorfladen-Prinzip aufrechterhält, beziehungsweise wiederbelebt: mit modernen Supermärkten, bestechendem Sortiment, viel Charme und immer einem netten Schnack.  

„Wir steuern von einem Haupt-PC aus alle Preise in unseren Märkten, hier ist nichts teurer als anderswo“, bekräftigt Tobias und erklärt, beim Einräumen sei das Team am Ende selber überrascht gewesen, wieviel hineinpasste in die Regale, beim Einrichten habe nämlich vorher „ein ständiger Kampf zwischen Design, Aussehen und möglichst breitem Angebot“ getobt. Herausforderung angenommen, am Ende verlor weder das eine noch das andere und nun gibts von Waschmittel über Nudeln, Zeitungen, Zigaretten, Blumen und Gemüse bis hin zu Souvenirs wirklich alles, was Alltag und Ferientage brauchen. Und wenn doch mal was fehlen sollte, kann es fix direkt aus den anderen Johannsen-Märkten herangeschafft werden.  

Wer das Klischee sucht, findet es beim Kampen Kaufmann allerhöchstens in der hervorragend bestückten Getränkeabteilung, wer jetzt dringend nach Kampen ziehen möchte, sogar eine Lottoannahmestelle, sollte diese Idee nach einer Glückssträhne schreien. Tobias Bennecke jedenfalls hält hier vieles für möglich, „wenn viel los ist, wie an Pfingsten, werden wir abends als Service sicher auch mal länger aufhaben“ und mit Blick auf das nette Erkerfenster, das man so gelassen und um eine Sitzmöglichkeit ergänzt hat, damit es auch ansprechend aussieht und „nicht alles mit Ware vollgeballert ist“, fällt – nicht ganz ernst gemeint – das Wort „Fensterverkauf“. Eine Hamburger Kundin aus dem Schanzenviertel hat mitgehört und blödelt, „ein Kampen-Spätie zum Cornern, wie lustig wäre das?!“  


Till kommt! 

Yeeeha, es ist wirklich wahr: Till Brönner tritt wieder in Kampen auf. Zwei Tage lang, umsonst und draußen auf der Megabühne von Festivalformat mitten im Dorf, im Schlepptau wie immer Kolleginnen und Kollegen von Weltklasseniveau. Auch dieses Jahr hat eine Handvoll hartnäckiger Musikverrückter, Brönner-Fans, Kampen-Liebhaber und Kampener rund um Veranstalter Dariush Mizani das Unmögliche möglich gemacht und einfach kein Nein akzeptiert. Weder von Lieber-nicht-Sponsoren, noch von Bedenkenträgern, nicht von Zögerlichen und nicht von Sparfüchsen. Sie lesen es bereits heraus: Das Organisatorische und vor allem die Finanzierung dieses wundervollen Sommerhighlights ist jedes Mal eine ganz spezielle Herausforderung. Aber nun wird alles gut, schon zum 6. Mal, nämlich am Donnerstag, dem 4. und Freitag, dem 5. Juli 2024. Noch wird nicht verraten, wer dieses Mal dabei sein soll, auch das ist immer ein kleiner Tanz auf dem diplomatischen Hochseil, bis alle Stars unterschrieben haben für das vielleicht schönste kleine Festival, mindestens Europas. Für alle, die es kaum abwarten können: Folgen Sie einfach „Kampen Jazz By Till Brönner“ auf Facebook. Oder gleich unserer Seite, wir posten sofort, wenn es etwas Neues gibt.  

Schöne Aussichten auf die Zukunft 

Am Anfang haben viele die Augenbrauen hochgezogen, aber das legte sich rasant wieder: Das vor über 20 Jahren erbaute Podest am Strand bei der Sturmhaube wird längst von allen geliebt und ist nicht mehr wegzudenken. Allein die Elemente sehen das etwas anders und „ärgern“ das beeindruckende Pfahlkonstrukt vor allem im Winter phasenweise: Der Wind zerrt dran, die Gründungspfähle werden bei Sturmfluten auch schon mal umspült. Gebaut für die Ewigkeit – von jenen, die beim Bau dabei waren, heißt es, die in den Sandstrand getriebenen Mega-Pfähle seien deutlich über 10 Meter lang – ist das Podest im vergangenen Herbst im Auftrag der Gemeinde und des Tourismus-Service über die regulären Checks hinaus einer eingehenden zukunftsorientierten Prüfung unterzogen und anschließend zur „Kur“ angemeldet worden. Voraussichtlich ab dem kommenden Herbst werden in sicherlich spektakulären Aktionen mit viel schwerem Gerät und pfiffigen Experten Statik und Optik überprüft und teilweise präventiv erneuert werden. Wie immer geschieht das in Kampen natürlich mit sehr viel Weitblick, hier baut man gern mit viel Umsicht, am liebsten auch gleich auf die noch sehr viel fernere Zukunft: Das Podest soll nämlich viele weitere Jahrzehnte lang allen Gästen wir Dorfbewohnern Freude machen und kommt bis dahin selbstverständlich weiterhin seiner tragenden Aufgabe wie immer zuverlässig und absolut sicher nach.  

Frischer Sand für den Strand 

Erst fand die jährliche Küstenkontrolle statt, vom Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN.SH), Vertretern der Gemeinden, des Landschaftszweckverbands Sylt (LZV) und dem zuständigen Minister Tobias Goldschmidt, dann folgten relativ schnell Entscheidungen und der Bescheid: Sylt wird auch in diesem Jahr wieder jede Menge frischen Sand für den Strand bekommen. Auf gut neun Kilometern Küstenlinie soll im Westen vor- und aufgespült werden, insgesamt werden 8,6 Millionen Euro dafür bereitgestellt. Alle Jahre wieder das gleiche Prozedere, alle Jahre wieder wird aufs Neue gezittert – welcher Ort/Strandabschnitt bekommt wieviel? Wobei sich das subjektive Hier-ist-aber-viel-weggebrochen-Gefühl nicht immer mit der Meinung der Experten deckt. Kampen wird im Norden und Süden voraussichtlich jeweils um die 100.000 Kubik von insgesamt 1,2 Millionen Tonnen Sand „abbekommen“. Besonders drastisch und offensichtlich haben Stürme unter anderem die Vordüne des Roten Kliffs zwischen Wenningstedt und Kampen ausgeräumt, phasenweise tauchte dort sogar ein riesiger Findling auf, den die alten Kampener schon lange nicht mehr gesehen hatten.  


Ganz in Weiß 

Das ist eine Traumkulisse, das sorgt jedes Mal für wunderschöne Bilder mit ganz besonderer, einzigartiger Strahlkraft: Das „White Dinner Kampen“, am Fuß des Roten Kliffs beim Übergang Sturmhaube wird dieses Jahr am Dienstag, 23. Juli stattfinden. Der Dresscode ist selbstverständlich weiß, egal, ob pompös oder clean, Picknick, Getränke und mehr bringt bitte jeder selber mit. Sollte der Wettergott nicht mitspielen, wird um einen Tag verschoben. Wenn Sie tatsächlich kein Ticket für die schier endlose Tafel abbekommen sollten, picknicken Sie einfach malerisch im Strandsand oder -korb daneben. Der Ticketverkauf startet am 15. Juni um 15 Uhr, und zwar ausschließlich online auf www.kampen.de. Warum genau so und nicht am Counter? Weil die gewaltige Nachfrage für dieses sommerfrische Sylter Highlight anders nicht in den Griff zu bekommen ist.  



Beachparty bei Laaning 

Die gefühlte Ewigkeiten zurückliegenden Endless-Summer-Parties des Mutterschiffs von Buhne 16 sind legendär, jetzt wird es am Mittelstrand-Übergang bei „Laaning“, der gechillten und liebenswerten winzigen Beachbar zwischen Kaamps 7 und Buhne 16, in guter alter Tradition, aber viel entspannter gleich drei Mal „GIN SUL SOMMERFRISCHE“ geben: Am 20. Juli, am 3.  und am 17. August. Jeweils von 16 bis 22 Uhr, gibts Musik und coole Drinks, am 3. August legt auch noch DJ Mirko Machine auf und zwar in der Geschmacksrichtung BoomBap, HipHop und Oldschool. Kein großes Theater, kein wildes Getue, das macht garantiert Spaß: Wir drücken die Daumen, dass das Wetter feste mitfeiert!